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MCP

Alter Hase

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31

11.08.2011, 09:34

Ach, Religion, das leidige Thema. ^^
Ich bin bekennender Atheist. Ich war früher mal gläubiger Christ, ich war sogar in der Kirche sehr aktiv und habe der Kirche auch viel zu verdanken. Kirche, Religion, Glauben und Anhänger muss man sowieso komplett trennen und darf es nicht durcheinander würfeln.
Was mich von der Kirche entfernt hat? Die "Gläubigen". Also gerade die Leute, die jeden Sonntag in der Kirche sind und total konzentriert beten, als würde sonst die Welt untergehen. Versteht mich nicht falsch. Gegen solche Leute habe ich nichts, im Gegenteil, ich bewundere ihren festen Glauben sogar. Aber um diese Leute geht es nicht, sondern um die, die danach die Kirche verlassen und nichts verstanden haben. Die auf die eigentlichen christlichen Werte keinen Cent geben. Toleranz? Nein! Nächstenliebe? Ach was! Brav in die Kirche gehen und beten, im Alltag aber Leute wie Mist behandeln passt nicht zusammen. Das fiel mir mit ca. 12 das erste mal auf und dann immer mehr. Das sind die Scheinheiligen und die Leute, die eben ein schlechtes Licht auf die eigentlich richtig Gläubigen werfen.
Dann kommen noch die ganzen Logikfehler dazu. Mag sein das Gott ungreifbar für einen Menschen ist, dass reicht mir aber nicht als Erklärung. Ich verstehe nicht warum ich in die Kirche gehen soll, damit ich zu Gott beten kann, wo er doch eh Allwissend sein soll. Wieso muss ich beten? Reichen nicht meine bloßen Gedanken aus? Ist es ihm, der eh überall ist, egal ob ich in der Kirche oder zu Hause bete, oder denke? Ist mein Verhalten im Alltag nicht viel wichtiger, als das in der Kirche? Warum muss ich überhaupt erst Leben und mich beweisen ob ich in den Himmel darf? Eigentlich sollte er doch die Antwort schon kennen, bevor er überhaupt das Universum geschaffen hat... Das sind nur die Oberflächlichen Ansätze, die Gedanken gehen noch viel tiefer. ^^

Ich als Atheist kann trotzdem die christlichen Werte leben und vermitteln. Ich schaue nicht weg, wenn ein Obdachloser nach einem Sturz blutend am Boden liegt, ich helfe ihm dann. Oder ich warte wenn ein Mann mit einem weinenden Mädchen an der Staße steht, bis sein Kollege kommt. Sie sagt "Bitte lassen Sie mich gehen!" und er meint, er gehört zur Psychologischen Kinderbetreuung. (Alles schon erlebt und ja, er war der für den er sich Ausgab). Ich finde es schlimm, dass bei so was auf offener Straße die meisten Leute einfach weiter gegangen sind und nicht mal hingeschaut haben.
Ich helfe auch jetzt noch in der Kirche aus, wenn es notwendig ist. Als ich vor 2 Jahren mitbekommen habe, dass ein Mann zum Tragen einer Art Schirm bei einer Prozession fehlt, habe ich mich in einen Anzug gesteckt und ausgeholfen. Das kann man auch machen wenn man selbst nicht gläubig ist. Denn in meiner Zeit in der Kirche habe ich viele (vor allem junge) Priester kennen gelernt, die selbst sehr tolerant und offen waren und ihren Glauben niemanden aufgezwängt haben. Diese Leute haben mir in schwierigen Zeit viel geholfen und deswegen helfe ich da auch gerne aus.

Fazit: Egal ob gläubig oder nicht. Menschen leben Werte oder lassen es. Der Glaube spielt dabei keine Rolle. Glaube und Lebensstil sind zwei komplett unabhängige Dinge, die nicht zusammen hängen. Und leider wird der Glaube und die Religion gerne von Menschen instrumentalisiert...

Dark Fly

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32

11.08.2011, 13:42

@MCP: *like*

Ich selbst bin zwar christlich evangelisch und zur Konfirmation gegangen, doch ich lebe meinen Glauben auf meine eigene Art.
Durch die Gemeinde habe ich viele nette Menschen kennen gelernt, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Man hat halt etwas, das einen verbindet, einen nicht einzeln dastehen lässt.
Im Endeffekt halte ich das folgendermaßen:
Ich bin Christ aufgrund der Gemeinschaft und der Menschen.
Mein eigener Glaube lehnt sich an meine Religion an. Kirchliche Rituale sind für mich mehr Tradition als Teil meines eigenen Glaubens. Das heißt, dass ich nicht in die Kirche gehen muss um Gott "verbunden zu sein", "ihm zu huldigen", "ihn zu ehren", was auch immer man sagen möchte. Mein Dasein ist mir eine Ehre und ich versuche es in dem Maße meinem Umfeld durch Tat und Rat zu danken, so, wie es mir möglich ist.
Ich für mich glaube an etwas göttliches, dass sich für mich überall wiederspiegelt. Ich glaube nicht das Gott den Menschen geschaffen hat; das ist Sache der Evolution; aber ich bin für mich davon überzeugt, dass Gott das Leben und die Evolutuion geschaffen hat. Raum, Zeit, das Universum, wer weiß vielleicht parallel Universen, die mir auf ewig verschlossen bleiben werden, halt die ganze Welt in ihrem Gefüge. Darum freue ich mich auch immer wieder, die Natur und ihre Gesetze, die Menschen, das nach meinem Bild durch Gott geschaffene zu erforschen.
So stehen Naturwissenschaft und Gott für mich in Einklang. Gott erschuf die Natur und ihre Gesetzte oder ist dafür verantwortlich, kümmert sich darum oder wie auch immer.

Zur Bibel: Sie ist für mich traditionelles Geschichtsbuch meiner Religion. Ihre Geschichten sind für mich ähnlich einem Märchen. Die Geschichte muss nicht stimmen, hat aber immer eben diesen "Funken Wahrheit" der sich über tausende Jahre herauskristallisiert hat. Wie man die Quint-Essenz dieser Geschichten deutet und anwendet muss jeder sich selbst fragen, aber ich finde den Austausch mit anderen über die eigene Interpretation immer sehr interessant.
MfG Dark Fly

C-/C++-Quelltext

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int *i;                     // Erstelle Zeiger
while(true)                 // führe Schleife immer aus
{new (int) = i;}            // allokiere frischen Speicher
                            // warte auf unendliche Langsamkeit....

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dark Fly« (11.08.2011, 13:48)


BLU3 L30PARD

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33

11.08.2011, 22:31

Diese Diskussion ist doch ein Fass ohne Boden.
Die Frage der Religion stellt man sich doch schon was weiß ich wie lange,
nie findet man eine Lösung, und das wird man auch nicht, zumindest solange nicht,
bis sich ein Gott offenbart oder die Entstehung von Leben vollends bewiesen wurde.
Aber ich persönlich finde, man sollte diese Frage nicht beantworten (können).

Das soll jetzt nicht heißen, dass ihr nicht weiter diskutieren sollt, aber wie gesagt,
das ist ein Fass ohne Boden, die Diskussion kann man quasi nicht mehr beenden ;)

Aber nochmal kurz was zum Topic:
Ich bin Atheist, lege aber wert auf die Tolerant gegenüber
ALLER anderen Religionen. Obwohl ich Scientology und den Zeugen Johovas etwas
kritischer gegenüberstehe... Trotzdem: Toleranz ist das A und O was den Glauben
bzw. Nicht-Glauben angeht. Wenn ich dann wieder von Dingen wie den Kreuzzügen
lese, dann stelle ich mir immer wieder die Frage: Warum?

Sylence

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34

11.08.2011, 22:42

das ist ein Fass ohne Boden, die Diskussion kann man quasi nicht mehr beenden ;)


Doch klar. Sobald jemand Godwin's Law erfüllt ^^
Software documentation is like sex. If it's good you want more, if it's bad it's better than nothing.

Dark Fly

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35

11.08.2011, 23:11

@ Blu3 L30pard: Ähm, so wie anscheinend überall auf der Welt 8| 8| Geld Macht Frauen :whistling:
Nicht das ihr mich jetzt für abgedroschen haltet, aber im Endefekt ists doch so...

@ Alle: Das finde ich ist ja gerade das interessante, dass man diese Diskussion unendlich weiterführen kann, halt soweit, wie die Gedanken reichen.
Ansonsten; Toleranz hat für mich wohl mit den höchsten Stellenwert. Ich möchte so akzeptiert werden wie ich bin, mich verhalte, denke und mich ändere.
Also muss ich anderen selbiges Recht einräumen.
MfG Dark Fly

C-/C++-Quelltext

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int *i;                     // Erstelle Zeiger
while(true)                 // führe Schleife immer aus
{new (int) = i;}            // allokiere frischen Speicher
                            // warte auf unendliche Langsamkeit....

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dark Fly« (14.08.2011, 20:51)


Mastermind

unregistriert

36

14.08.2011, 02:17

Zitat

Das deutet zumindest an, dass das Leben von etwas überaus 'Intelligenten' geschaffen sein könnte.


Ich mag mich eigentlich auch nicht groß an der Diskussion beteiligen. Ich finde dass Religion ins Private gehört und nicht in die Öffentlichkeit. Privat kann jeder glauben was er möchte. Um es mal neutral auszudrücken, ich zahle Kirchensteuer. Aber ich muss doch schlucken wenn jemand im Ernst Intelligent Design vertritt. Ich dachte immer das wär nur was für ultrakonservative Amerikaner, die fern jeder Realität stehen.

Herr Lesch hat das neulich im Fernsehen sehr gut gesagt. Das Universum muss irgendwann einen Anfang gehabt haben und über das was vor diesem Anfang war kann die Wissenschaft schon definitionsgemäß keine Auskunft geben. Wohl aber über das was danach passiert ist. Urknalltheorie und Evolutionstheorie sind natürlich Theorien und es besteht eine Restwahrscheinlichkeit dass sie falsch sind. Aber ich denke wir können sehr sehr sicher sein dass die Welt nicht einfach in der Form "aufgeploppt" ist, in der wir sie kennen.

DeKugelschieber

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37

14.08.2011, 03:30

Zitat

Ansonsten; Tolleranz hat für mich wohl mit den höchsten Stellenwert. Ich möchte so akzeptiert werden wie ich bin, mich verhalte, denke und mich ändere.
Also muss ich anderen selbiges Recht einräumen.


Und damit hätten wir fast schon die ultimative Werteweitergabe ausgesprochen. Was will man mehr in seinem Leben um anderen gerecht zu werden als tolerant und verständnisvoll zu sein?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »DeKugelschieber« (14.08.2011, 15:16)


Dark Fly

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38

14.08.2011, 07:58

Danke, fühle mich geschmeichelt :lol: :whistling: ^^
MfG Dark Fly

C-/C++-Quelltext

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int *i;                     // Erstelle Zeiger
while(true)                 // führe Schleife immer aus
{new (int) = i;}            // allokiere frischen Speicher
                            // warte auf unendliche Langsamkeit....

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14.08.2011, 13:59

Nur damit sich das hier nicht einbürgert, ich bin da eigentlich sehr tolerant... ;) http://www.korrekturen.de/beliebte_fehler/tollerant.shtml

DeKugelschieber

Community-Fossil

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40

14.08.2011, 15:19

Zitat

Nur damit sich das hier nicht einbürgert, ich bin da eigentlich sehr tolerant...


Danke habs korrigiert :D

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